fotografie
Ziele des Studiengangs
Fotografien sind aus unserer visuellen Kultur nicht mehr wegzudenken und begegnen uns tagtäglich in vielfältiger Weise und Funktion. Das kulturelle Gedächtnis der letzten beiden Jahrhunderte ist zum großen Teil ein fotografisches.
Ein essentielles Medium
Die Tendenz hält an. Allein der Foto-Share-Provider flickr.com verzeichnete im letzten Jahr einen Upload von einer Milliarde Fotografien. In Deutschland werden nach Angaben des Deutschen Fotografenverbandes im Jahr 5,5 Milliarden Papierabzüge produziert. Doch nicht nur in der Funktion des Erinnerns, Bewahrens und Berichtens hat die Fotografie ihren Platz gefunden. Die Fotografie, im Sinne der Abbildung einer äußeren Wirklichkeit, bildet seit dem Einzug digitaler Bildmedien auch den favorisierten ästhetischen Rahmen für das Inszenieren von Fiktionen und das Visualisieren von Utopien.
Multifunktionales Kommunikationsmittel
Ein Großteil digitaler Bildgenesen führt die Ästhetik des fotografischen Sehens als Modell fort. 3D-Renderings und Montagen manifestieren den visuellen Standard des Fotorealen. Die Digitalisierung des technischen Bildes hat entgegen vieler Prognosen die Fotografie nicht verdrängt, sondern gestärkt und dabei erweitert und verändert. Das wirkt sich auf das bildgestalterische Arbeitsfeld und Berufsbild des Fotografen nachhaltig aus. Die Verfügbarkeit und Distribution von Bildern erfährt gerade durch die Vernetzung der Archive einen tiefgreifenden Wandel. Der professionelle Bildmarkt bedient sich zunehmend aus den Online-Datenbanken, in denen auch Amateure ihre Arbeiten versammeln. Das Archivieren und Strukturieren von Bildern mittels Metadaten ist unumgänglich als Ergänzung zur sinnlichen Erkenntnis, um diese Datenmengen zu bewältigen.
In Anbetracht der Entwicklungen war die Fotografie als multifunktionales Kommunikationsmittel noch nie so komplex und vielseitig wie heute. Diese Situation verlangt nach Gestaltern, die ihre Professionalität im Vergleich mit den technologisch auf ähnlichem Niveau operierenden Amateuren auch darin entwickeln, indem sie Fotografie in ihrer transmedialen gestalterischen, gesellschaftlichen und kulturellen Dimension inhaltlich erfassen können.
Kompetenzbildung
Die Studierenden erwerben auf dem Niveau eines berufsqualifizierenden Studienabschlusses die Kompetenz, mit verschiedenen bildgebenden Verfahren gutkomponierte, sinnhafte Bilder eigenständig in Bezug auf mediale und kulturelle Kontexte zu erarbeiten. Für den Umgang mit modernen Distributionswegen werden Strategien entwickelt. Die stark gestiegenen Ansprüche an kommunikative Fähigkeiten, Teamarbeit, Medienkompetenz und interkulturelle Kommunikation spiegeln sich im gesamten Studium und bilden neben dem Vermögen, fotografisch zu sehen und Bilder fotografisch zu planen und umzusetzen, den Schwerpunkt des Studiums.
Entwicklung eines eigenen Stils
Diese Fähigkeiten werden den Studierenden im Studiengang Fotografie durch theoretisches Grundlagenwissen, praktische Übungen und eingängige Projektarbeit vermittelt. Alle Module des Studiums tragen zu diesem Bildungsziel bei. Der gesicherte Einblick in die gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Umstände, unter denen Lichtbilder produziert und eingesetzt wurden und werden, und zu welchen Zwecken, bietet die Grundlage für die Erarbeitung von eigenem Stil, Auffassung und Haltung. Gestalterisches Selbstverständnis und Fertigkeiten werden theoretisch reflektiert, trainiert und gefestigt.
Praxisausrichtung
Dabei steht das professionelle, angewandte Arbeiten im Vordergrund des Studiums, das die Absolventen zu erfolgreicher Tätigkeit als Fotograf befähigt. Die Studierenden sind auf rechtliche und wirtschaftliche Aspekte des Berufslebens vorbereitet. Die erworbenen Kompetenzen befähigen die Absolventen zur eigenständigen Weiterentwicklung ihrer gestalterischen und technologischen Fähigkeiten. Ihre Arbeitspraxis werden die Absolventen in wichtigen Bereichen fotografischen Gestaltens finden wie Editorialfotografie für Print- und Onlinemedien, Industriedokumentation, Bildjournalismus, Videodokumentation für Event- und Online-Portale, Bildredaktion für Bildportale, Konzernkommunikation und in kulturellen Bereichen.
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