• News 2018_03_05 Lens culture exposure awards

    Copyright Nina Röder

Lens Culture Exposure Awards

Unsere Professorin Nina Röder gehört zu den Gewinnern des Lens Culture Exposure Award. Ziel der Lens Culture Exposure Awards 2018 ist es, die besten zeitgenössischen Fotografen der Welt zu entdecken und präsentieren.

Wir haben mit Nina Röder über ihre Arbeit und den Preis gesprochen. Besonders hat uns interessiert, wieso sie genau dieses Bild für die Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt hat. 

Nina Röder sagte uns dazu: „Ich habe dieses Bild ausgewählt, weil es im ersten Moment des Betrachtens für Verwirrung sorgt: Einige, die das Bild sehen fragen: Wo ist der Kopf? Was ist das für eine Pose? Und erst beim genaueren Hinschauen, versteht man, wie die Körperteile zusammengehören. Durch dieses intensive Auseinandersetzen gewinnt das Bild an Tiefe.“

Das Bild stammt aus der Serie: „Wenn du gehen musst willst du doch auch bleiben.“ Innerhalb eines Jahres sind ihre Großeltern Franz und Theresia Protschka gestorben. Beide waren um die 90 Jahre alt. Als sudetendeutsche Flüchtlinge und Teil der Kriegsgeneration, haben die Beiden ihr Leben lang alles aufgehoben und fast Nichts weggeworfen. Ihr Haus im fränkischen Windsbach, in welchem sie nach ihrer Flucht über ein halbes Jahrhundert lebten, fungierte für ihre Familie als Mittelpunkt. Nach dem Tod ihrer Großeltern hat sie zusammen mit dem Rest ihrer Familie das Haus ausgeräumt, bevor es verkauft wurde. Diese Serie entstand während des Prozesses, Gegenstände nach Erinnerungswert zu sortieren und zu entscheiden, ob man sie behält oder weggibt. Diese Arbeit untersucht also nicht nur die ästhetische Pluralität von gesammelten Objekten ihrer Großeltern, sondern zeigt mit dem Stilmittel der Absurdität eine mögliche Herangehensweise mit Verlust, Trauer und Erinnerung umzugehen.

Das preisgekrönte Foto zeigt ihre Mutter im Bett der Großeltern. Sie trägt ein altes Nachthemd ihrer Großmutter. Die Pose auf dem Bett ihrer Großeltern ist eine Yoga-Pose und sieht im Kontext des Schlafzimmers sehr absurd aus. Dazu meint Nina Röder: „Genau diese Absurdidät und Komik war in diesem Prozess wichtig, um mit der Trauer umgehen zu können.“

Nina Röder hat sich sehr über diesen Preis gefreut! Lens Culture ist eine wichtige Institution und hat international ein großes Publikum.

Neben einem Preisgeld wird Nina Röder in der nächsten Publikation "Best of Lensculture" vertreten sein und im Mai bei der PhotoLondon ausstellen.

zurück zur Übersicht