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Interview mit Bachelor-Absolventin Anna Nurmela

Am 12. Juli findet die Vernissage der diesjährigen Bachelor-Ausstellung auf dem Campus Berlin statt.

Wir haben bereits einige Studenten getroffen und möchten heute Anna Nurmela und ihr Abschlussprojekt vorstellen.

Was hast du studiert und wieso hast du dich für den Campus Berlin entschieden?

Ich habe Kommunikationsdesign studiert und habe vor meinem Studium in Finnland gelebt. Ich hatte mir gesagt, dass ich eines Tages im Ausland leben möchte und da ich Berlin schon kannte, begann ich dort Grafikdesign-Schulen zu suchen, die auf Englisch unterrichten. Ich interessierte mich auch für Illustration, aber da das Programm an der UE auf Deutsch war, habe ich mich gegen den Studiengang entschieden. Dann erfuhr ich, dass ich Illustrationskurse zusammen mit Kommunikationsdesign studieren könnte, also habe ich mich beworben.

Was ist das Thema deiner Bachelorarbeit und wie bist du auf das Thema gekommen?

Das Thema meiner Bachelorarbeit ist die Philosophie der Langeweile und wie man die Sinnlosigkeit unseres modernen Lebens akzeptiert. Aus persönlichen Erfahrungen und reinem Interesse waren für mich Philosophie, Langeweile und das Nichts faszinierend. Ich verstand, dass sie miteinander verbunden waren und ich wollte einen Weg finden, die Verbindung zu erklären. Langsam begann ich, Texte verschiedener Philosophen zu lesen. Dabeifand ich einen Text von Schopenhauer, der mich verstehen ließ, dass meine Gedanken universell waren: "Denn wenn das Leben [...] in sich selbst einen positiven Wert und einen realen Inhalt besaß, dann gäbe es keine Langeweile: Die bloße Existenz würde uns erfüllen und befriedigen." Dies diente als Inspiration für das gesamte Konzept und erklärte, was ich versuchte zu realisierten. Zur gleichen Zeit hatte ich Schnappschüsse mit meinem Handy gemacht, die ich mit einfachen Bildunterschriften kombiniert hatte. Sie begannen sehr existentiell zu klingen, da sie auf meinen alltäglichen Gedanken basierten. Von 2017 bis 2019 hatte ich mehr als 700 Textzeilen, die ich in einem Buch zusammenfügen wollte. Dieses Buch umfasste am Ende mehr als 500 Seiten zusammen mit Illustrationen. Um eine Atmosphäre der existentiellen Langeweile zu schaffen, habe ich ihr auch ein Klangelement hinzugefügt, bei dem meine Freundin die Seiten laut vorliest.

Welche Materialien/Medien hast du zur Umsetzung deiner Abschlussarbeit genutzt?

Für die meisten Illustrationen habe ich wasserlösliche Bleistifte und für einige Tinte auf Reispapier benutzt. Ich wollte eine Technik anwenden, die ich nicht so sehr kontrollieren konnte, damit sich die Tinte frei ausbreiten und ungeplante Formen erzeugen konnte. Auf diese Weise konnte ich auch Fehler in das Endergebnis einfließen lassen und meinem Instinkt vertrauen. Die Sounds habe ich mit einem tragbaren Tonaufnahmegerät aufgenommen und mit Adobe Audition bearbeitet.

Welche Herausforderungen sind dir bei der Bachelorarbeit begegnet? Wie hast du sie gelöst und was sind deine Tipps für die nächsten Bacheloranden?

Die größte Herausforderung war wahrscheinlich die Wahl, wie das endgültige Projekt durchgeführt werden soll. Ich hatte das Gefühl, dass ich eine gute Hintergrundidee für den schriftlichen Teil hatte, kämpfte aber damit, eine interessante Lösung für das Praxisprojekt zu finden. Ich fühlte, dass ich zu viele Ideen hatte und ich war mir nicht sicher, welchen ich folgen sollte. Deshalb war ich froh, die Unterstützung meiner Professoren zu bekommen, die mich in die richtige Richtung leiteten, wenn ich zu weit von der ursprünglichen Idee der existentiellen Langeweile entfernt war. Nachdem ich mich entschieden hatte, dass das Projekt ein Buch sein würde, musste ich entscheiden, wie ich es in einer Weise drucken wollte, die zu mir passt. Als ich dachte, ich sei bereit, wurde mir von der Druckerei gesagt, dass das Buch mit so vielen Seiten nicht funktionieren würde und dass ein gefalteter Umschlag nicht machbar sei. Ich war bereit, auf diese speziellen Wünsche zu verzichten und das zu tun, was sie vorschlugen. Glücklicherweise fand ich eine andere Druckerei, die bereit war, das Buch wie erhofft zu drucken. Ich war mehr als zufrieden mit dem Endergebnis. Also würde ich sagen, dass es eine längere Recherche benötigt, um die richtige Druckerei zu finden. Gebt die kreativen Druckideen nicht nach den ersten Misserfolgen auf, denn es könnte eine andere Druckerei geben, die bereit ist, sie umzusetzen. Das gilt auch für deine persönlichen Ideen: Es gibt immer jemanden, dem sie nicht gefallen. Sei auch offen für Feedback und Selbstreflexion.

Hast du schon eine Idee, wie es nach deinem Abschluss weitergehen soll? Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Ich möchte weiterhin an meinen eigenen Projekten arbeiten ohne konkrete Pläne zu machen. Illustrationen werden ein Teil davon sein, aber ich interessiere mich auch für Sounds und Atmosphären. Ich möchte schauen, wohin sie mich führen können und ob ich sie kombinieren kann. Ich hoffe, einen Job als Grafikdesigner zu finden, da ich immer noch das Gefühl habe, dass es viele Dinge gibt, die ich lernen und verbessern möchte. In Zukunft möchte ich mich für einen Master-Abschluss in einem Kunstbereich bewerben, aber das ist etwas, worüber ich später nachdenken werde.

Hier finden Sie Anna Nurmelas Homepage und ihr Instagram-Profil.

Weitere Informationen zu unserem Studiengang Kommunikationsdesign und der diesjährigen Bachelorausstellung finden Sie hier auf unserer Website.

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