• Carmen Bachelor Arbeit
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Ein künstlerischer Blick in kranke Seelen

Carmen Lenhof hat Fotografie an der UE Hamburg (ehemals BTK) studiert und schloss ihr Bachelor Studium mit ihrer Arbeit „InsideOut“ ab.  Was sie in ihrem Studium erlebt hat und wie sie zu dem Thema ihrer Bachelorarbeit gekommen ist, hat sie uns im Interview erzählt:

An der BTK war immer was los: z. B. Auslandssemester, Praktika und Ressortarbeit. Welches BTK-Erlebnis hat dich besonders geprägt?

Prägende Erlebnisse waren z.B. die Projektwochen. Ich durfte mit nach Finnland auf einen Polarlichter-Workshop. Das war wirklich eine tolle Erfahrung! Aber auch der Workshop „Visual Angels on Environmental Change“, welcher ebenfalls in Finnland stattfand, war sehr interessant. Dazu ist kürzlich sogar ein Buch veröffentlich worden. Die Projektwoche muss aber keine Reise sein. Oft haben uns auch Fotografen besucht, mit denen wir verschiedene Projekte realisiert haben. Die Themen waren alle sehr spannend, aber was mir vor allem bei den Projektwochen gefallen hat, ist, dass man sich eine Woche lang intensiv mit einem Thema auseinandersetzt und daran arbeitet - sei es allein oder im Team. Daraus entstehen tolle Projekte! Definitiv gehört aber auch das praktische Semester dazu. Da habe ich erstmals die Theorie praktisch erleben können und Einblick in den Alltag eines Fotografen erhalten. Aus diesem Praktikum konnte ich sehr viel für mich mitnehmen. Weitere prägende Erlebnisse waren die Ausstellungsvorbereitungen und natürlich auch die Ausstellungen selbst. Man hat viel darüber gelernt, wie man eine Ausstellung aufzieht und seine Arbeit richtig präsentiert.

Welche Erfahrungen aus deinem Studium haben dich unterstützt, deinen ganz persönlichen Karriereweg einzuschlagen?

Einen ganz klar definierten Karriereweg sehe ich noch nicht. Ich möchte mich noch ein wenig ausprobieren. Im Studium wurde viel angeschnitten, dass ich noch ausbauen möchte. Wie zum Beispiel die Richtung „Film“.

Was hat dich zu deinem Bachelorarbeitsthema inspiriert?

In meinem Umfeld habe ich Menschen, die an einer psychischen Krankheit leiden. Ich habe mich schon immer gefragt, was in Betroffenen vorgeht und was sie durchmachen. Das war der Anstoß meines Bachelorthemas.

Wie bist du bei der Entwicklung und Umsetzung des Projektes vorgegangen?

Ich habe mich schon im 6. Semester mit dem Thema „psychische Krankheiten“ beschäftigt. Es ist eine fotografische Arbeit mit 29 SW-Bilder entstanden, die ich ohne jegliche Hintergrundinformationen oder Inspiration erstellt habe. In meinem Bachelor habe ich mich dann auf endogene und affektive Psychosen spezialisiert und hierfür Schizophrenie und bipolare Störung als Beispiel aufgegriffen. Inspiriert zu den Bildern hat mich Verschiedenes: Texte von Betroffenen, Arbeiten von Künstlern, die selbst betroffen sind oder auch Musik. Aber überwiegend habe ich aus meiner eigenen Vorstellungskraft geschöpft. Auf den Bildern sind keine psychisch kranken Menschen zu sehen, sondern Modelle. Ich wollte der Krankheit kein Gesicht geben. Viel mehr ging es mir darum, das Gesamtgefühl einzufangen und eine emphatische Brücke zu den Betrachtern zu bauen. Durch die verschiednen Herangehensweisen haben sich auch neue Perspektiven entwickelt. Mit der Zeit habe ich dann zunehmend meine eigene Bildsprache gefunden.

Was begeistert dich an deinem Projekt und worauf bist du besonders stolz?

Trotz des gesellschaftskritischen Themas wurde es gut aufgenommen und reflektiert. Das zeigt mir, dass ich für den Einstieg in ein solch kritisches Thema einen Zugang zu den Menschen gefunden habe. Das war u.a. auch Ziel meiner Arbeit.

Erzähl uns von einem Beispiel aus deinem Studium, bei dem es sich gelohnt hat, bekannte Pfade zu verlassen / über eigene Grenzen zu gehen? Was war dabei dein Antrieb / was hat dich unterstützt?

Wie eben schon erwähnt, waren sowohl die Ausstellungsvorbereitungen, als auch die Ausstellungen selbst prägende Erlebnisse - vor allem die Bachelorausstellung. Da wir sehr wenige waren, musste der Einzelne viele Aufgaben übernehmen. Aber für das Ergebnis haben sich die schlaflosen Nächte und die Anstrengungen gelohnt. Ingesamt war es eine sehr stressige Zeit, aber auch eine sehr lehrreiche.

Wo soll es jetzt für dich hingehen? Was ist dein Traum?

Auf jeden Fall möchte ich noch weitere eigene fotografische Projekte realisieren. Zum anderen möchte ich aber auch noch verschiedene Richtungen ausprobieren, vor allem interessiert mich der Bereich Film.

 

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