• Sturmwarnung 1
  • Sturmwarnung 2

Illustrations-Professor Hans Baltzer über Stürme, Hamburg und seinen Beruf

Wenn Hans Baltzer von „Hammerstoff“ spricht, geht es für ihn um Motive, die ihn so begeistern, dass für den Betrachter kein Zweifel aufkommt, ob Baltzer in seinem Beruf richtig ist. Der gebürtige Berliner ist Illustrator, Grafikdesigner und Professor für Illustration an der BTK am Standort Berlin. Gerade kam „Der Sturm“ auf den Markt, ein Reportage-Roman, in dem seine Bilder zu sehen sind, kommende Woche wird „Sturmwarnung“ veröffentlicht, die Lebensgeschichte eines Hamburger Kapitäns. Ein paar Fragen an Hans.

Hans, wie kommst Du zu so vielen Sturmbüchern?
Das ist sicher nicht ganz zufällig, ich mag Meeresthemen und hab schon einige Bücher in dieser Richtung illustriert. Bei „Der Sturm“ und „Sturmwarnung“ kam der Ankerherz Verlag auf mich zu, mit dem ich schon eine Weile zusammenarbeite. „Sturmwarnung“ erzählt die Geschichte von Käpt’n Schwandt aus Hamburg, der heute auch für die Hamburger Morgenpost schreibt. Ein guter Typ, der sehr polarisiert.

Welchen Stoff hat er Dir geliefert?
Sein Leben bietet das, wofür wiederum Illustratoren leben. Seine Anfänge als Schiffsjunge, die 50er Jahre am Hafen. Heuerbüros, vor denen unzählige Typen saßen, die auf Jobs gewartet haben, sein 1. Tattoo, daß er sich in einem Bauwagen auf St. Pauli hat stechen lassen – so was zu illustrieren ist Hammerstoff, da freu ich mich riesig!

Woher holst Du Dir die Szenen aus den Büchern, die Du illustrierst?
Mit Käpt’n Schwandt habe ich tatsächlich nur ein paar Mal telefoniert, die Bilder mussten innerhalb von 14 Tagen fertig sein. Er hat mir viel über diese Zeit erzählt. Beim „Sturm“ hatte ich zwei Monate Zeit, das ist dann ein ganz anderes Arbeiten.

Wie gehst Du vor?
Das ist unterschiedlich, aber bei jedem Buchprojekt ist das Wichtigste, dass man im Team mit Verlegern, Grafik-Designern und Herstellern arbeitet. Grundsätzlich lässt mir der Verlag freie Hand. Ich lese die Bücher und habe zu bestimmten Szenen gleich Bilder im Kopf. Dann starte ich mit der Recherche, denn die Details sind enorm wichtig. Welche Abzeichen hatten Kapitäne zu der Zeit auf ihren Uniformen? Welche Technik stand zur Verfügung? Wenn da was falsch ist, ist das mehr als peinlich. Doch durch den Zeitdruck bin ich gezwungen, ein wenig grober zu zeichnen, was ganz gut ist, denn ich bin sonst ein sehr detailverliebter Zeichner. Am Ende muss einfach die Bildfolge stimmen. Blättert man ein Buch im Laden durch, muss der Eindruck stimmen. Wenn ich selbst solch ein fertiges Produkt in den Händen halte, ist es immer total schön, wie ein kleines Geschenk.

Durch Deine Zusammenarbeit mit dem Ankerverlag bist Du oft in Hamburg, wie kommt’s?
Hamburg ist so etwas wie meine 2. Liebe, eine wunderschöne Hafenstadt. Ich mag Hafenstädte sehr gern, allein schon wegen der „world cuisine“, die man eben nur dort findet, wo Kulturen und Traditionen aus aller Welt zusammenkommen. Deshalb findet auch die Release Party von „Sturmwarnung“ im Hafen statt: seid dabei, 14. April in der Haifischbar am Hamburger Hafen!

zurück zur Übersicht