• BTK Thomas Schaefer Mann im Licht

    Fotoarbeit: Alumnus Thomas Friedrich Schäfer

  • BTK Thomas Schaefer Frau auf Bett

    Fotoarbeit: Alumnus Thomas Friedrich Schäfer

  • BTK Thomas Schaefer Weihnachtsbaum

    Fotoarbeit: Alumnus Thomas Friedrich Schäfer

  • BTK Thomas Schaefer Frau

    Fotoarbeit: Alumnus Thomas Friedrich Schäfer

BTK Absolvent gewinnt 1. Preis beim Felix Schoeller Photo Award

BTK Absolvent gewinnt 1. Preis beim Felix Schoeller Photo Award!

Seine Bilder stehen sprichwörtlich für das Beleuchten sozialer und familiärer Umfelder. Was bedeutet Zuhause für den einzelnen, wie definieren sich Erinnerungen, was ruft nostalgische Gefühle in uns hervor? Thomas Friedrich Schaefer schafft Bilder, die innehalten lassen. Jetzt hat er den 1. Preis beim Felix Schoeller Photo Award gewonnen!

„Irgendwie wünscht man sich diesen Ritterschlag als Fotograf“, sagt Schaefer über seinen Gewinn. „Dabei ist eine Jury auch nur eine Gruppe aus Menschen, sie sind Personen wie Freunde oder Kollegen, aber sie honorieren meine Arbeit durch ihre Erfahrungen, die sie haben. Mal schauen, ob sich etwas ergibt. Es ist mein erster Preis.“

Erfahren habe er über seine Nominierung auf die Shortlist aus insgesamt 1.300 Teilnehmern per Email. Der Anruf mit der finalen Nachricht kam dann per Telefon auf der Autobahn. „Ob ich meine Emails schon gecheckt hätte, wurde ich gefragt – hatte ich aber nicht, da ich den ganzen Tag fotografiert hatte“ erzählt er lächelnd. Doch damit sei die zweijährige Anspannung dann sofort abgefallen. „Für jedes Bild rund 150-300 Stunden Aufbau, das war schon viel Arbeit“, erklärt er. „Alles ist selbst gebaut, da ich die Kontrolle haben möchte. Ich suche jedes Einzelteil selbst aus.“

Dabei gäbe es kleine Ikonen, die tatsächlich aus seiner Jugend stammen. Oder Einzelteile, die er mit akribischer Sorgfalt inszeniert. So zum Beispiel das Autobett in dem Kinderzimmer. Oder bestimmte Tapeten. „Das sind Platzhalter für den Index, für die Wahrhaftigkeit meiner Erinnerungen. Dabei aber versuche ich, das ein wenig freier zu gestalten. Sonst wäre mir das zu sehr durch mich selbst gebrandet.“ Auch wenn schon Einzelteile von ihm dabei seien wie einzelne Bücher oder Familienfotos. „Es war ein verrückter Ritt, die Serie zu produzieren. Ich glaube, es können wenige erahnen, wie viel Arbeit darin steckt.“

Der gebürtige Mainzer (Jahrgang 1983) verbrachte seine Jugend in Sao Paulo, danach im suburbanen Ober-Olm. Nach dem Architektur-Studium wechselte er an die BTK, belegte „Fine Arts“ und schloss 2014 mit einem Bachelor ab. „Das Studium hat großen Spaß gemacht.“, sagt er lachend. „Es gibt immer Positives und Negatives. Schön ist, dass ich bis heute Kontakt zu den Dozenten habe. James Higginson ist ein enger Vertrauter. Mit ihm und Prof. Dr. Stephan Günzel treffe ich mich noch immer, um über meine Arbeiten zu sprechen. Das weiß ich sehr zu schätzen. Auch Andrej Glusgold und Matthias Leupold waren wichtige Menschen während des Studiums und sind es bis heute.“

Seitdem zeigte er seine Arbeiten auf unzähligen Ausstellungen, lebte und reiste in und durch Süd-Amerika, Europa, Südostasien, Westafrika und Nordamerika. Im November werden seine Arbeiten in Fort Collins, USA, zu sehen sein. „Denn auch wenn sich viral viel über das Internet verbreitet, ist es für mich aber wichtiger, dass die Menschen davor stehen und das Werk real sehen“, sagt Schaefer. 

Durch die selbst erlebte räumliche Entfernung zu seiner Heimat versuchte er von Beginn an, seine Erinnerungen und Vergangenheiten in Bildern auszudrücken. In dem aktuell ausgezeichneten Projekt „Experiential Spaces“ inszenierte und konstruierte er Räume, die Memoiren seiner Kindheit und Jugend wiederspiegelten. Die Kostrukte sind hyper-realistisch, die Momente zwischenmenschlicher Beziehungen schaffen und darstellen. Die Filmsets wurden durch ihn selbst aufgebaut, mit einer Digitalkamera dokumentiert und anschließend wieder abgebaut. Es handelt sich um Räume, die ebenso kurzlebig und flüchtig sind wie die Erinnerung selbst. Die Installation gibt es nur noch auf dem Foto. Der abgebildete Raum, aus der Erinnerung und Vorstellungskraft rekonstruiert, eröffnet einen neuen Blick auf die Vergangenheit.

Felix Schoeller Photoaward
Kategorie: Freie / Konzeptionelle Fotografie
»Experiential Spaces«
Thomas Friedrich Schäfer

Was die Jury sagt:
Was macht ein gutes Foto innerhalb einer konzeptionellen Serie aus? Es muss uns anspringen, es muss uns irritieren, es muss uns spontan etwas sagen, es muss uns mit einer Geschichte konfrontieren, aber auch Freiraum lassen und Anstöße für eigene Geschichten geben. Es darf uns aber nie – auch nicht nach dem 10. Mal Anschauen – langweilen. Und all’ das steckt in jeder dieser fünf Aufnahmen. Mit seiner filmisch inszenierten Serie von Kindheitserinnerungen wirft Thomas Friedrich Schäfer Fragen nach der Verlässlichkeit von Erinnerung auf. Seine Fotografien zeigen durch ihre Vielschichtigkeit eine neue Dimension. Man möchte noch tiefer in die Räume vordringen und wird damit fast schon zum Voyeur. So lenken seine malerischen Bilder den Betrachter in eigene Erinnerungen und nehmen ihn mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

Ausstellungen:
2014 Februar 'Neon', Künstlerhaus Bethanien, Berlin, GER
2014 November 'Ein Blick', Galerie Neurotitan, Berlin, GER
2015 Juli 'Recorded Memories', Athen Photofestival, Athen, GR
2015 Juli 'Portrait Collection', Louvre, Paris, FR
2015 August 'FineArt ", Blank Wall Gallery, Athen, GR
2015 September 'Verzasca Foto Festival' , Brione, CH
2015 September Felix Schoeller Photo Award, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, GER
2015 November 'Erinnerungen, Geschichten, Geschichten',  Zentrum für Fotografie, Fort Collins, USA
 
Auszeichnungen:
2015 September Winner Free Choice / Konzeptionelle Fotografie, Felix Schoeller-Preis

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