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Erfolgsgeschichte Felix Hülpüsch

Felix Hülpüsch, Kommunikationsdesign, Abschluss 2013, stellte dieses Jahr in der Millerntor Gallery aus. Wir haben ihn zum Interview getroffen:

Sie haben Kommunikationsdesign am Campus Berlin der University of Applied Sciences Europe studiert. Es gibt in Berlin viele Hochschulen, die einen künstlerisch geprägten Zweig bieten. Warum haben Sie sich damals für die University of Applied Sciences Europe entschieden?

Nach meiner Ausbildung zum Mediengestalter hatte ich den Wunsch, durch ein Studium meinen Horizont zu erweitern und Neues kennenzulernen. Die University of Applied Sciences Europe (damals noch BTK – Hochschule für Gestaltung) hatte mir auf Anhieb gefallen, weil es in meinem Wunsch-Studiengang Kommunikationsdesign interessante Module und Professoren gab. Die Möglichkeit, in andere Disziplinen wie Motion Design oder Fotografie reinzuschnuppern, hatte mich restlos überzeugt. Das Konzept von kleinen Lerngruppen und auch die Nähe zur Praxis waren mir ebenfalls sehr wichtig. Somit fiel die Entscheidung am Ende recht einfach. 

Am Campus Berlin ist immer was los: z. B. Auslandssemester, Praktika und Ressortarbeit. Welches Studien-Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Das Bachelorsemester war eigentlich die intensivste Zeit, weil wir als Gruppe die komplette Vernissage der Abschlussausstellung organisiert und gestaltet haben. Das hat uns Absolventen sehr zusammengeschweißt. Vor allem die Entwicklung meiner Bachelorarbeit »Schöne Jugend«, ein illustrierter Gedichtband zu den Werken Gottfried Benns, wird immer ein Highlight für mich bleiben. Die Entwicklung und gesamte Produktionsplanung waren tough, aber dieses Buch ist bis heute ein ganz besonderes Erinnerungsstück ans Studium und macht mich nach wie vor Stolz.

Die Studierenden haben einen Slogan gewählt. „Create your story. Inspire the world.“ Welche Erfahrungen aus Ihrem Studium unterstützen Sie darin, Ihren ganz persönlichen Karriereweg einzuschlagen? Was hat Sie zu diesem Weg inspiriert?

Was mir sehr geholfen hat, war der Tipp von einem Professor, auch mal ungewöhnliche Wege zu gehen, um seine Ziele zu erreichen. Das findet sich sowohl in meinen Arbeiten wieder, begleitet mich aber auch stetig in meinem privaten Alltag, da man einfach niemals planen kann, was als Nächstes kommt. Ich finde zudem enorm wichtig, dass man Spaß an dem hat, was man kreiert, sich und sein Schaffen aber auch konsequent reflektiert. Nur so kann man das Maximum aus sich herausholen.

Erzählen Sie uns von einem Beispiel Ihrer Karriere, bei dem es sich gelohnt hat, bekannte Pfade zu verlassen / über eigene Grenzen hinauszugehen? Was hat Sie dabei unterstützt?

Nach einigen negativen Erfahrungen mit dem Leben im Angestelltenverhältnis hatte ich mich 2016 entschieden, ein halbes Jahr Pause von der regulären Arbeitswelt als Grafiker zu machen und nur zu Malen. Es war für mich im Nachhinein die beste Entscheidung, mal den Bürostuhl mit der hauseigenen Staffelei zu ersetzen und einfach großflächige Formate und Aufträge zu malen. Es war gut für meine Selbstfindung und hat mich auch in meiner Stilfindung geprägt. Unheimlich schön für mich war auch, dass meine Familie und mein Freundeskreis mich darin bestärkt haben, mal einen Break zu machen und mich um meine Leidenschaft zu kümmern. 

Wieso haben Sie sich den Künstlernamen Hülpman gegeben?

Das kam witzigerweise über einen Freund, der meinen Nachnamen Hülpüsch nie aussprechen konnte und dann irgendwann mit »Ey Hülpman, wat los?« um die Ecke kam. Ich wollte meine Kunst nicht unter meinem früheren Sprühersynonym ausüben und war auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Namen, welcher einprägsam ist. Da kam mir die Verbindung zu meinem Familiennamen und dem »Man« in einem Wort sehr gelegen, weil es so auch Freunden mit einer anderen Muttersprache als Deutsch so möglich ist sich den Namen leicht zu merken.

Sie haben viele Stationen in Ihrer Karriere durchlaufen und sind mittlerweile sehr erfolgreich als Street Art-Künstler. Wie kam es zu diesem Werdegang?

Ich habe in mehreren Agenturen in Berlin und Hamburg gearbeitet und betreibe nun schon seit 20 Jahren Graffiti. Gezeichnet habe ich mein Leben lang. Mit kurzer Unterbrechung während meiner Ausbildung habe ich vor zehn Jahren wieder angefangen, intensiver zu illustrieren und auch wieder zu sprühen. Was am Anfang immer einen Ausgleich zum Büroalltag dargestellt hat, entwickelte sich zu meiner größten Leidenschaft. Ich zeichne eigentlich jeden Tag und probiere mich an verschiedensten Medien aus: Schuhe, Caps, Leinwände, Wände, Holz … Malen gehe ich mit meinen Freunden auch privat regelmäßig, da kann man mal den Alltag zur Seite packen und abschalten. Durch meinen sehr hohen Output an Arbeiten und der Entwicklung eines sehr markanten Stils sind meine Werke und Beteiligungen auch dank Social Media nun einer breiteren Masse zugänglich geworden, wodurch sich die Anfrage für Festivalteilnahmen und für tolle Aufträge ergeben hat. Die Entwicklung dieser selbstständigen Tätigkeit und das Feedback sind durchweg bombastisch! Das führt bei mir jedoch nicht dazu, mich auszuruhen, sondern befeuert mich nur noch weiter darin, meinen Weg zu gehen und hart an mir zu arbeiten.

Sie stellen 2018 in der Millerntorgallery aus. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Unser Team (Scribblaholics mit Alain Welter und Mika Sitter – ebenfalls Absolventen der University of Applied Sciences Europe) konnte sich bei mehreren Live-Sketchbattles unter Beweis stellen wie unter anderem dem Secret Wars-Event. Hier kam die Connection zu Anna Lafrenz, der Kuratorin der Millerntor Gallery, zustande. Nach einem ersten Gespräch habe ich mein Portfolio geschickt. Das Feedback darauf war super und dann habe ich mein Konzept ausgearbeitet. Nach eineinhalb Wochen voller Action und meiner ersten Teilnahme habe ich tolle Leute vom Team und Viva Con Agua kennengelernt und bin sehr stolz, Teil dieses einmaligen Events zu sein. Neben meiner konzeptionellen Wandgestaltung habe ich noch ein paar Container, einen Roboter und eine weitere Wand gestalten dürfen. Ich habe auch am Eröffnungsabend mit dem Secret Wars Allstar Team gegen Samy Deluxe und seine Mannschaft gebatteld, an dem wir 1.600 Euro durch die Versteigerung der finalen Werke für Viva con Agua generieren konnten. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft nochmal Teil dieses tollen Projektes sein kann. Es war sehr intensiv, aber auch super spannend.

Ihre Arbeiten sind sehr großformatig und dennoch kleinteilig. Bitte beschreiben Sie uns, wie der Entwicklungsprozess abläuft.

Bei meinen Patternarbeiten, welche ich »Abstracts« nenne, folge ich keinem bestimmten Schema. Ich arbeite sehr gerne Freestyle und lasse mich von meiner Umgebung und dem Alltag inspirieren. Ich fange in irgendeiner Ecke an und entwickle dann nach und nach das Motiv. Hierbei arbeite ich stark mit Characters, aber auch typografischen Elementen. Je nach Untergrund arbeite ich mit Markern, Dosen und Acrylfarbe mit Pinseln. Ich achte auch bei Konzeptarbeiten und Aufträgen darauf, immer ein wenig Freiraum für spontane Entscheidungen zu lassen, da ich ein Fan der Improvisation bin. Bei aufwendigen Konzeptwänden arbeite ich auch eine Skizze aus, meist in Schwarzweiß und über das Farbkonzept entscheide fast immer spontan. Thematisch bediene ich mich an Ereignissen, die gerade in der Welt geschehen, lasse mich aber vermehrt durch mein Hamburger und Berliner Umfeld prägen. Der Bezug zu meinem Kiez und meiner Heimat ist dabei sehr wichtig.

Wo soll es mal hingehen? / Was ist Ihr Traum? Was wollen Sie in zehn Jahren erreicht haben? 

Nach jahrelanger Festanstellung ist für mich der nächste Schritt ganz klar die Selbstständigkeit. Zur Zeit läuft es sehr sehr gut, ich stelle regelmäßig aus, male auf Festivals und gebe Workshops. In den nächsten Jahren will ich probieren, meine Kunst als erstes Standbein zu etablieren, weil es mir einfach mehr Spaß macht als klassische Grafik. Diese ist aber zum Überleben auch sehr wichtig oder anders gesagt, es ist immer wichtig, mehrere Standbeine zu haben. Mein Traum ist es, einmal ein Werk von mir in einer großen Galerie oder sogar einem Museum zu sehen und eine komplette Hausfassade in meinem Kiez zu gestalten. Zudem will ich durch meine Kunst noch etwas mehr reisen in Zukunft. Familie und Kinder sollten in zehn Jahren hoffentlich auch mitmalen.

Was ist Ihr Tipp an die zukünftigen Studierenden der University of Applied Sciences Europe im Fachbereich Art & Design? Was sollten sie an der Hochschule nutzen? Worauf sollten sie bei ihrer Entwicklung achten?

Wichtig ist, vor allem nicht nur in seinem Bereich zu arbeiten, sondern auch über den Tellerrand zu schauen. Nutzt das vielfältige Angebot und habt vor allem dem Mut, Neues zu probieren. Zudem sollte man Netzwerken. Das ist heute noch für mich sehr wichtig, den es ergeben sich doch immer mal wieder Aufträge durch alte WegbegleiterInnen oder die Zusammenarbeit mit diesen für Projekte. Bei der Entwicklung sollte man auch, wie schon vorher erwähnt, darauf achten, dass man Spaß an der Sache hat und sich auch stets hinterfragt.

Zum Abschluss: Beschreiben Sie Ihr Studium in drei Worten!

Abwechslungsreich, Intensiv, Praxisnah

Besucht doch mal Felix Hülpüschs Homepage oder seinen Instagram Account.

 

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