• News 2019_05_17 Erfolgsgeschichte Alain Welter

    Alain Welter - Nonnemillen © Pierre Weber

Erfolgsgeschichte Alain Welter

Alain Welter hat Illustration am Campus Berlin studiert. Wir haben ihn zum Interview getroffen:​

Sie haben Illustration am Campus Berlin der University of Applied Sciences Europe studiert. Es gibt in Berlin viele Hochschulen, die einen künstlerisch geprägten Zweig bieten. Warum haben Sie sich damals für die University of Applied Sciences Europe – ehemals BTK - entschieden?

Es gibt in Berlin vielleicht viele künstlerisch geprägte Universitäten, doch zum Anfang meiner Studienzeit noch recht wenige, die sich rein auf Illustration als Studiengang spezialisierten. Ich kam dann einmal nach Berlin, um mir die Hochschule anzuschauen und vom erstenMoment an hat alles gepasst.

Am Campus Berlin ist immer was los: z. B. Auslandssemester, Praktika, Projekte und Ressortarbeit. Welches Studien-Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Es gibt coole Angebote während der Projektwochen! Während dieser Zeit arbeitet man mit völlig neuen Leuten aus verschiedenen Studiengängen gemeinsam an einem Projekt und das Arbeitsklima ist sehr entspannt. Einmal erarbeiteten wir in einer Grundschule in Pankow zusammen mit den Schülern eine Wand mit Meerestieren. Wir halfen den Kindern morgens beim Leiter halten und Pinsel säubern und nachmittags konnten wir an unseren eigenen Tieren arbeiten. Abends sind wir Kommilitonen zusammen etwas trinken gegangen. Während dieser Tage wuchs man sehr schnell mit seinen Mitstudierenden und Dozenten zusammen.

Die Studierenden haben einen Slogan gewählt. „Create your story. Inspire the world.“ Welche Erfahrungen aus Ihrem Studium unterstützen Sie darin, Ihren ganz persönlichen Karriereweg einzuschlagen? Was hat Sie zu diesem Weg inspiriert?

Die Erfahrungen die mich inspirierten waren die Erfahrungen der Dozenten. In unserem Studiengang arbeiteten viele unserer Dozenten selbst noch in dieser Branche und so erzählten sie oft von ihren persönlichen Erfahrungen im Berufsleben. Ebenso gibt es noch regelmäßig eine „Guest Lecture“, zu der unterschiedlich arbeitende Illustratoren und Künstler kamen, um über ihre Projekte zu erzählen. Diese waren meiner Meinung nach sehr wichtig, um sich schon ein ungefähres Bild verschaffen zu können, wie es in der Berufswelt zugeht.

Erzählen Sie uns von einem Beispiel Ihrer Karriere, bei dem es sich gelohnt hat, bekannte Pfade zu verlassen / über eigene Grenzen hinauszugehen? Was hat Sie dabei unterstützt?

Antwort in der folgenden Frage wink

In Ihrem Bachelorprojekt hatten Sie sich zur Aufgabe gemacht, Ihren Heimatort „cooler“ zu machen und haben dazu Hauswände oder Brückenpfeiler mit großformatigen Arbeiten versehen. Was war Ihr Antrieb für diese Arbeit? Wie sind Sie vorgegangen?

Für meine Bachelorarbeit wollte ich mich bewusst einem Projekt widmen, das klar über meine Grenzen hinaus geht. Ich versuchte also einen Weg zu finden, wie ich meine Freizeitbeschäftigung, dem Bemalen von großen Flächen, mit dem im Studium Erlerntem zusammen bringen konnte. So kam mir schließlich die Idee, dass ich mein ganzes Heimatsdorf bemalen will! Dazu musste ich mir allerdings noch eine passende Fragegestellung für meine Thesis überlegen.

Doch bereits zu dem Zeitpunkt, als ich erst eine halbkonkrete Begründung hatte, warum ich das Projekt starten will, erklärte ich dem Bürgermeister meines Heimortes dennoch meine Idee. Dieser war von vornerein sofort begeistert. In der Folge musste ich nur noch mit den Personen reden, deren Wand betroffen war. Diese Idee traf in einem kleinen Bauerndorf, ganz unberührt von Graffiti, am Anfang auf Verunsicherung. Jedoch war diese gleich nach meiner ersten Wandgestaltung im Dorf schnell passé und die Idee traf auf Begeisterung.

Sie sind mittlerweile auch erfolgreich als Street Art-Künstler unterwegs oder gestalten als Auftragsarbeiten Fassaden und Außenwände. Wie kam es zu diesem Werdegang? Wie lassen Sie sich für die einzelnen Projekte inspirieren?

In meiner Bachelorarbeit wollte ich nicht nur mein Dorf ein wenig aufpeppen, sondern mir gleichzeitig ein Sprungbrett für meine berufliche Karriere verschaffen. Das Projekt hat im Endeffekt für noch mehr Aufsehen in Luxemburg gesorgt, als ich mir hätte vorstellen können und mir so einige Jobs gebracht. Glücklicherweise kann ich mir mittlerweile die aussuchen, die mir am meisten zusagen und mich inspirieren. Mein rezentestes Projekt, das auch gleich nach meiner Vernissage von „Make Koler Kooler“ öffentlich wurde, war ein urbanes XXL-Spiel, das ich auf dem Boden vom Hof eines kulturellen Zentrums realisierte, der sich gleich hinter dem Hauptbahnhof von Luxemburg befindet. Ich denke, dass mir ohne meine Bachelorarbeit, wahrscheinlich nicht so ein öffentlichkeitswirksames Projekt zugekommen wäre. Also hat die Idee als Karrieresprungbrett gut funktioniert.

Viele Ihrer Arbeiten zeigen vermenschlichte Charaktere. Dies sind sowohl Tiere als auch Gegenstände. Entwerfen Sie frei Hand oder studieren Sie im Vorfeld realistische Darstellungen? Bitte beschreiben Sie uns, wie Sie bei der Entwicklung eines Charakters vorgehen.

Diese Frage zu beantworten, ist nicht leicht, da meine Entwicklung eines Charakters immer von sehr unterschiedlichen Einflüssen und Inspirationen abhängig ist. Natürlich ist es vorteilhaft, wenn man vorher realistische Darstellungen von einem Gegenstand macht, da man ein viel besseres Verständnis von seiner Form und Funktion entwickelt. Doch ich denke, dass es auch gut ist, Sachen frei Hand aufzuzeichnen, da man durch weniger Information von Außen, seiner Fantasie mehr freien Lauf lassen kann. Jedoch versuche ich im Nachhinein viel Recherche zu betreiben, sobald meine Charaktere mehr Form bekommen, um auch hundertprozentig zu verstehen, wie es gezeichnet werden muss, damit jedem Einzelteil auch die richtige Funktion zukommt.

Wo soll es mal hingehen? / Was ist Ihr Traum? Was wollen Sie in zehn Jahren erreicht haben?

Ich glaube, wo ich in zehn Jahren stehe, ist in dieser Branche schwer zu beantworten. Viele Sachen entwickeln sich ganz organisch und man weiß nie, wer einen am nächsten Tag für ein neues Projekt anheuert. Ich will mich nicht mit DEM einem großen Plan für die Zukunft festlegen, sondern Schritt für Schritt schauen, wo mich meine Projekte hinführen. Dennoch habe ich den inneren Drang, irgendwie mit Hilfe meiner Arbeiten um die Welt zu kommen und neue Erfahrungen zu sammeln, coole Leute von überall aus der gleichen Szene

kennenzulernen und einfach Spaß bei dem zu haben, was ich mache.

Was ist Ihr Tipp an die zukünftigen Studierenden der University of Applied Sciences Europe im Fachbereich Art&Design? Was sollten sie an der Hochschule nutzen? Worauf sollten sie bei ihrer Entwicklung achten?

Auf jeden Fall soll jeder dem nachgehen, worauf er wirklich Bock hat, denn nur so findet man seinen persönlichen Weg zum Erfolg! Man soll dabei natürlich das nutzen, was einem an der Hochschule angeboten wird, aber am wichtigsten ist es, seinen eigenen Motivationen dabei zu finden. Wenn man seinen eigenen Projekten während der Studienzeit folgt, wissen Dozenten so etwas zu schätzen und ermutigen einen dazu, dies weiterzuführen. Schließlich geht es in einer Hochschule nicht mehr darum, an der Hand geführt zu werden, sondern bei dem begleitet und informiert zu werden, was man nachher in der großen Welt machen will.

Zum Abschluss: Beschreiben Sie Ihr Studium in drei Worten!

Entspanntes Klima Coole Leute Geile Zeit

In unserem Youtube Video können Sie noch mehr über Alain Welter erfahren. Besuchen Sie Alain auch auf seiner Website oder auf Instagram.

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