• Caesar Pinnau

Altonaer Museum: Cäsar Pinnau künstlerisch gesehen

Aktionstag "Pinnau - künstlerisch gesehen" mit Studierenden der BTK am Altonaer Museum, Hamburg

Studierende der BTK-Hochschule für Gestaltung bieten einen Dialograum, um den Hamburger Architekten Cäsar Pinnau aus unterschiedlichen Perspektiven vorzustellen: künstlerisch, gestalterisch, experimentell und kritisch soll Pinnaus Werk für die Besucher erfahrbar werden.
Hierfür wird die durchgehende schwarze Linie an der Ausstellungswand, die sich als 'roter Faden' durch die Ausstellung zieht, als Leitmotiv aufgegriffen. Dieser 'Lebensfaden' wird aus der Ausstellung in den Aktionsraum weitergeführt und dort inhaltlich und ästhetisch ausgedeutet. Er verbindet verschiedene, mit eigenen Sinnbildern und Motiven angefüllte, teils interaktive Exponate.
Die Besucher werden eingeladen, Eindrücke aus der Ausstellung mitzubringen und eine eigene Perspektive auf die Person Pinnau zu entwickeln. Die Studierenden greifen den Anspruch der Ausstellung auf, in Bezug auf seine NS-Vergangenheit kritisch zu sein. Der Faden führt also in die politischen Verstrickungen und die tiefen Verflechtungen von Leben und Werk Pinnaus mit den Netzwerken und Seilschaften der Mächtigen.

Leitung: Prof. Dr. Gora Jain, Prof. Christian Meyer zu Ermgassen
Studierende: Magdalena Adomeit, Anne-Sophie Engelhardt, Daniele Garofalo, Lena Goral, Ayla Hentges, Regina Mayr, Vitalij Mnatsakanov, Alara Sahin, Nele Sorgenfrei, Hao Wang, Kim Wrobel

Wann: Freitag, 20. Januar, 12 bis 17 Uhr
Wo: Altonaer Museum, Museumstraße 23, 22765 Hamburg
Kosten: 7,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, 6 Euro für Gruppenbesucher ab 10 Personen, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Hintergrund:

Cäsar Pinnau (1906 – 1988) zählt zu den vielseitig und international aktiven Architekten der Freien und Hansestadt Hamburg. Dass Pinnaus Schaffen bisher noch nicht Gegenstand intensiver Untersuchungen wurde, hängt mit seinem Wirken in der NS-Zeit zusammen. Unter anderem wirkte er an der Innengestaltung der Reichskanzlei und an den städtebaulichen Planungen zur Berliner Nord-Süd-Achse unter der Leitung von Albert Speer mit.
In der Nachkriegszeit entwarf Pinnau neben Privatvillen und Bürobauten im In- und Ausland auch Ausstattungen für Schiffe, etwa der Reederei Hamburg Süd (z. B. die Cap San Diego). Er war zudem prägender Gestalter der Luxusjachten von Aristoteles Onassis und der Wohn- und Geschäftsbauten für einige der bedeutendsten Akteure der deutschen Wirtschaftswunderzeit. Einen wichtigen Tätigkeitschwerpunkt fand er im Hamburger Westen, wo er in den 1970er Jahren an der Altonaer Palmaille im ehemaligen Wohnhaus von Christian Frederik Hansen sein Atelier einrichtete und in Blankenese die eigene Privatvilla realisierte.

Vor diesem Hintergrund macht das Altonaer Museum das Leben und Werk eines Architekten, der seit den 1950er Jahren permanent im Bezirk Altona lebte, zum Gegenstand einer umfangreichen Sonderausstellung. Grundsätzlich müssen sein Leben und seine Werke im Vergleich mit Biographien und Bauten seiner Zeitgenossen betrachtet werden, um sein Wirken in der NS-Zeit adäquat beurteilen zu können. Die interdisziplinär angelegte Schau wird ausdrücklich auch Fragestellungen aus der politischen und der gesellschaftlichen Entwicklung aufgreifen. Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Hamburgischen Architektenkammer präsentiert. Die Grundlage für deren Erarbeitung bildet Cäsar Pinnaus Nachlass, der im Hamburgischen Architekturarchiv verwahrt wird.

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